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Da bin ich versichert!

Grundfähigkeitsversicherung

Sie fragt nicht nach dem Beruf. Nur nach dem Körper.

Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt, wenn du bestimmte Fähigkeiten verlierst — Gehen, Greifen, Sehen, Sprechen. Für Handwerker, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung kaum oder nur sehr teuer bekommen, ist sie oft die Lösung. Sie ist aber kein gleichwertiger Ersatz, und das sage ich vorher.

Versichert sind
Fähigkeiten, nicht der Beruf
Psychische Erkrankungen
in der Regel nein
Gedacht für
körperliche Berufe und Kinder
Ersatz für die BU
nein — nur, wenn keine BU möglich ist

Worum es geht

Drei Systeme, drei völlig verschiedene Fragen

Ob nach einem Gesundheitsschaden Geld fließt, hängt davon ab, wer fragt. Die gesetzliche Rentenversicherung fragt nur, wie viele Stunden am Tag du noch irgendeine Tätigkeit ausüben kannst: unter drei Stunden gibt es die volle Erwerbsminderungsrente, drei bis unter sechs die halbe, ab sechs Stunden nichts. Dein Beruf spielt dabei keine Rolle, deine verlorenen Fähigkeiten auch nicht.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung fragt: Schaffst du deinen konkreten Beruf noch zu mindestens der Hälfte? Das ist der weitreichendste Schutz, weil er an dem ansetzt, was du tatsächlich tust. Deshalb ist sie auch die teuerste — und bei körperlich arbeitenden Berufen manchmal so teuer oder mit so vielen Ausschlüssen versehen, dass sie praktisch nicht zu bekommen ist.

Die Grundfähigkeitsversicherung fragt etwas Drittes: Hast du eine der im Vertrag aufgezählten Fähigkeiten verloren? Gehen, Steigen, Knien, Greifen, Sehen, Sprechen, Autofahren. Das ist klar definiert und deshalb weniger streitanfällig — der Nachweis ist ärztlich messbar, nicht auslegungsbedürftig. Genau darin liegt aber auch die Einschränkung: Was nicht im Katalog steht, ist nicht versichert.

Und da liegt der Punkt, der über die Entscheidung entscheidet: Rund ein Drittel aller Fälle von Berufsunfähigkeit geht auf psychische Erkrankungen zurück, die häufigste Einzelursache überhaupt. In Grundfähigkeitstarifen sind sie praktisch nie versichert. Wer eine Grundfähigkeitsversicherung für eine günstige BU hält, kauft also etwas anderes als er denkt. Als Ersatz taugt sie nicht — als Lösung für den, der keine BU bekommt, sehr wohl.

rund ⅓

aller Fälle

gehen auf psychische Erkrankungen zurück — und genau die sind in Grundfähigkeitstarifen praktisch nie versichert. Das ist der wichtigste Unterschied zur Berufsunfähigkeit.

Quelle: Psyche ist die häufigste Einzelursache für Berufsunfähigkeit; Grundfähigkeitstarife schließen sie regelmäßig aus (Bedingungswerke, keine Rechtsnorm)

Was der Staat zahlt — und woran er es misst

Die Erwerbsminderungsrente kennt keine Grundfähigkeiten. Sie fragt nur nach Stunden. Wer noch sechs Stunden täglich irgendeine Tätigkeit ausüben kann, bekommt gar nichts — auch wenn er nicht mehr knien, steigen oder sprechen kann und sein Beruf damit erledigt ist.

Volle Erwerbsminderungsrente (Durchschnitt 2024)1.041 €

und die gibt es erst bei unter 3 Stunden Arbeitsfähigkeit täglich (§ 43 Abs. 2 SGB VI) — Zahlbetrag nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung

Halbe Rente bei 3 bis unter 6 Stunden520 €

wer noch drei Stunden irgendetwas kann, bekommt nur die Hälfte (§ 43 Abs. 1 SGB VI). Ab sechs Stunden fällt die Leistung ganz weg — für einen verlorenen Handgriff zahlt der Staat keinen Cent.

Quelle: § 43 SGB VI (Stundengrenzen); Deutsche Rentenversicherung, Rentenzugang 2024 (Zahlbetrag). Anspruch erst nach 5 Jahren Wartezeit mit 3 Jahren Pflichtbeiträgen — Berufsanfänger und Selbstständige erfüllen das oft nicht.

Leistung im Klartext

Was drin ist — und was nicht.

Kein Prospekt, sondern die Aufteilung, die im Schadenfall zählt. Der letzte Block ist der wichtigste: Was nicht versichert ist, erfährt man sonst erst, wenn es zu spät ist.

Im Vertrag enthalten3
  • Monatliche Rente bei Verlust einer Fähigkeit

    Fällt eine der im Vertrag genannten Grundfähigkeiten dauerhaft aus, wird die vereinbarte Rente gezahlt — unabhängig davon, ob du weiterarbeitest und was du verdienst. Anders als bei der BU spielt der Beruf keine Rolle. Wer nach dem Verlust in einen anderen Job wechselt, bekommt die Rente trotzdem.

  • Klar definierte Auslöser statt Berufsprüfung

    Der Nachweis ist ärztlich messbar: Kann der Arm noch über Schulterhöhe gehoben werden, reicht das Sehvermögen, ist Gehen über eine bestimmte Strecke möglich. Das macht die Leistungsprüfung kürzer und weniger streitanfällig als bei der BU, wo der konkrete Berufsalltag rekonstruiert werden muss.

  • Beitragsbefreiung im Leistungsfall

    Läuft die Rente, zahlst du keinen Beitrag mehr, der Vertrag bleibt aber bestehen. Zu prüfen ist, ab welchem Zeitpunkt die Befreiung greift: ab Eintritt des Verlusts oder erst ab der Anerkennung. Bei mehrmonatiger Prüfung ist das ein spürbarer Unterschied.

Muss man aktiv dazunehmen4
  • Der Fähigkeitenkatalog muss zu DEINEM Beruf passen

    Der wichtigste Punkt des ganzen Vertrags. Ein Dachdecker braucht Steigen und Knien im Katalog, ein Lehrer Sprechen und Hören, ein Fahrer das Autofahren, ein Feinmechaniker den Gebrauch der Hände und den Tastsinn. Fehlt die für deinen Beruf zentrale Fähigkeit, ist der Vertrag im Ernstfall wertlos — auch wenn er zwanzig andere Positionen aufzählt.

  • Die Definition, ab wann eine Fähigkeit verloren ist

    Hier entscheiden Details über die Leistung. Beim Gehen etwa knüpfen Bedingungen an eine Mindeststrecke ohne Pause an, und diese Schwellen unterscheiden sich zwischen Tarifen erheblich; manche verlangen zusätzlich die Nutzung von Hilfsmitteln. Zwei Verträge mit demselben Beitrag können dadurch völlig unterschiedlich leisten. Das lese ich vor dem Abschluss durch, nicht danach.

  • Kurze Prognosedauer und rückwirkende Leistung

    Üblich ist, dass der Verlust voraussichtlich sechs oder zwölf Monate andauern muss. Kürzer ist besser. Ebenso wichtig: ob rückwirkend ab dem Eintritt gezahlt wird oder erst ab dem Bescheid. Bei sechs Monaten Prüfdauer sind das mehrere Tausend Euro.

  • Nachversicherungsgarantie

    Erlaubt die Erhöhung der Rente ohne neue Gesundheitsprüfung bei Heirat, Geburt, Gehaltssprung oder Immobilienkauf. Genau wie bei der BU der Baustein, der einen mit 25 abgeschlossenen Vertrag mit 35 noch passend macht.

Sinnvoll für manche2
  • Zusätzliche Auslöser: Pflege und schwere Erkrankungen

    Manche Tarife zahlen auch bei Pflegebedürftigkeit ab einem bestimmten Pflegegrad oder bei bestimmten schweren Erkrankungen wie Krebs oder Schlaganfall. Das erweitert den Schutz über den reinen Fähigkeitenkatalog hinaus und schließt einen Teil der Lücke zur BU — nicht die Psyche.

  • Kinder- und Jugendtarife

    Für Kinder oft eine gute Lösung, weil noch kein Beruf existiert, auf den eine BU abstellen könnte. Der Fähigkeitenkatalog funktioniert unabhängig davon, und die Beiträge sind in diesem Alter niedrig. Auf Umstellungsoptionen achten: Der Vertrag sollte später in eine BU wechseln können, wenn der Beruf feststeht.

Ausdrücklich nicht versichert4
  • Psychische Erkrankungen

    Der entscheidende Ausschluss. Depression, Burnout, Angsterkrankungen sind in Grundfähigkeitstarifen regelmäßig nicht versichert — und sie sind mit rund einem Drittel die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit überhaupt. Diesen Punkt nenne ich immer zuerst, weil er über die Produktwahl entscheidet.

  • Berufsunfähigkeit, die keine Fähigkeit betrifft

    Eine Herzerkrankung, die Belastung verbietet, oder eine chronische Schmerzerkrankung kann deinen Beruf beenden, ohne dass eine einzelne Grundfähigkeit im Sinne des Katalogs ausfällt. Dann leistet dieser Vertrag nicht, eine BU dagegen schon. Das ist die strukturelle Lücke des Produkts.

  • Fähigkeiten, die nicht im Katalog stehen

    Versichert ist ausschließlich, was aufgezählt ist — es gibt keinen allgemeinen Auffangtatbestand. Deshalb ist der Katalogvergleich hier wichtiger als der Beitragsvergleich.

  • Was bei Antragstellung schon vorliegt

    Vorerkrankungen werden mit Zuschlag versichert, ausgeschlossen oder führen zur Ablehnung. Ein bestehender Knieschaden wird bei einem Dachdecker regelmäßig ausgeschlossen — und damit genau das Risiko, um das es ihm geht. Deshalb die anonyme Voranfrage, bevor irgendetwas beantragt wird.

Dachdecker, 38, Knie kaputt

Der klassische Fall, in dem eine Grundfähigkeitsversicherung leistet und der Staat nicht — und in dem sie auch an ihre Grenze kommt.

Nach Jahren auf dem Dach ist das Knie hin. Steigen und Knien gehen nicht mehr, ein Bürojob wäre körperlich möglich. Genau hier trennen sich die drei Systeme, weil jedes eine andere Frage stellt.

Gesetzliche Rente fragt: wie viele Stunden noch?
0 €
Grundfähigkeit fragt: welche Fähigkeit ist weg?
zahlt
BU fragt: schaffst du DEINEN Beruf noch?
zahlt
Beitrag Grundfähigkeit gegenüber BU
oft deutlich weniger
Aber: Depression statt Knie
nur die BU zahlt

Solange die Ursache körperlich ist und im Fähigkeitenkatalog steht, leistet die Grundfähigkeitsversicherung zuverlässig und ist dabei günstiger. Wäre derselbe Dachdecker dagegen wegen einer Depression arbeitsunfähig, zahlt nur die BU. Deshalb lautet die Reihenfolge immer: erst prüfen, ob eine BU zu vertretbaren Bedingungen möglich ist — und erst wenn nicht, die Grundfähigkeit.

Quelle: Systemvergleich nach § 43 SGB VI (gesetzliche Rente), Grundfähigkeitsbedingungen (Fähigkeitenkatalog) und BU-Bedingungen (50 % des konkreten Berufs). Keine Beitragszusage.

Wie ich arbeite

Was konkret passiert.

  1. Zuerst prüfen wir, ob eine BU möglich ist

    Das ist keine Formalie, sondern die eigentliche Entscheidung. Die Berufsunfähigkeitsversicherung deckt deutlich mehr ab, vor allem psychische Ursachen. Erst wenn sie wegen Beruf, Gesundheit oder Beitrag nicht zu vertretbaren Bedingungen zu bekommen ist, wird die Grundfähigkeitsversicherung zur richtigen Wahl. Wer das umdreht, spart am falschen Ende.

  2. Ich gehe deinen Arbeitstag durch

    Welche Fähigkeiten brauchst du tatsächlich? Steigen, Knien, Heben, Greifen, Sprechen, Sehen, Autofahren — wir sortieren, was in deinem Beruf zuerst wehtut. Daraus ergibt sich, welcher Katalog überhaupt in Frage kommt. Diesen Schritt macht kein Vergleichsportal.

  3. Ich lese die Definitionen, nicht die Aufzählung

    Zwei Tarife nennen beide „Gehen“ und meinen Unterschiedliches — es kommt auf die Schwelle an, ab der die Fähigkeit als verloren gilt, und auf die Rolle von Hilfsmitteln. Genau diese Sätze entscheiden im Leistungsfall, und genau sie stehen nicht im Prospekt.

  4. Bei Vorerkrankungen frage ich anonym vor

    Gesundheitsangaben ohne deinen Namen an mehrere Versicherer. So erfährst du vorher, wer zu welchen Bedingungen annimmt — wichtig besonders dann, wenn schon etwas am Knie, an der Schulter oder am Rücken war, denn genau das wird sonst ausgeschlossen.

  5. Im Leistungsfall bin ich dabei

    Der Nachweis ist ärztlich, aber die Formulierung entscheidet. Ich helfe bei den Unterlagen und beim Schriftverkehr — und gehe selbst ans Telefon, wenn es hakt.

Aus der Praxis

Sechs Fehler, die richtig Geld kosten.

Das sind die Dinge, die ich am häufigsten sehe. Lies sie durch — auch wenn du danach nicht anrufst, hast du etwas davon.

  1. Sie für die günstigere BU halten

    Der teuerste Denkfehler. Sie ist nicht billiger, weil sie effizienter ist, sondern weil sie weniger abdeckt: keine psychischen Ursachen, keine Erkrankungen ohne Fähigkeitsverlust, nur den Katalog. Wer eine BU bekommen kann, sollte eine BU nehmen.

  2. Den Katalog nicht mit dem eigenen Beruf abgleichen

    Ein Vertrag mit zwanzig Fähigkeiten ist wertlos, wenn die eine fehlt, die dein Beruf braucht. Beim Dachdecker sind das Steigen und Knien, beim Lehrer Sprechen, beim Berufsfahrer das Autofahren. Die Länge der Liste sagt nichts, der Inhalt alles.

  3. Die Verlustdefinitionen überlesen

    Zwei Tarife nennen dieselbe Fähigkeit und definieren völlig unterschiedlich, ab wann sie als verloren gilt — unterschiedliche Schwellen, unterschiedliche Rolle von Hilfsmitteln. Der Beitrag kann identisch sein, die Leistung nicht. Diese Sätze sind der Vertrag.

  4. Die Grundfähigkeitsrente zu niedrig ansetzen

    Auch hier gilt die Faustregel von etwa 80 Prozent des Nettoeinkommens. Wer 800 € versichert und 2.400 € netto verdient, hat im Leistungsfall trotzdem ein Problem. Wie groß die Lücke wirklich ist, zeigt der BU-Rechner — die Bedarfsrechnung ist dieselbe, unabhängig davon, welches Produkt sie am Ende deckt.

  5. Gesundheitsfragen beim Antrag ungenau beantworten

    Der häufigste Grund, warum am Ende nicht gezahlt wird. Der Versicherer prüft im Leistungsfall die komplette Krankengeschichte. Lieber vorher alles offenlegen und einen sauberen Vertrag haben, notfalls mit Ausschluss.

  6. Auf die gesetzliche Rente hoffen

    Der Verlust einer Grundfähigkeit löst keine Sozialleistung aus. Der Staat fragt nur nach Stunden: Wer noch sechs Stunden täglich irgendetwas arbeiten kann, bekommt nichts — auch wenn der eigene Beruf damit erledigt ist. Dazu kommt die Wartezeit von fünf Jahren mit drei Jahren Pflichtbeiträgen.

Worauf ich im Bedingungswerk zuerst schaue

Bei diesem Produkt entscheidet nicht der Beitrag, sondern der Katalog. Vier Punkte in der Reihenfolge, in der ich sie prüfe.

  1. Erstens

    Welche Fähigkeiten stehen überhaupt drin?

    Gehen, Treppensteigen, Knien, Bücken, Heben, Greifen, Arme bewegen, Sehen, Hören, Sprechen, Autofahren, Tastsinn, Gebrauch der Hände. Die Kataloge unterscheiden sich stark. Für einen Dachdecker sind Steigen und Knien entscheidend, für einen Lehrer Sprechen und Hören — ein Katalog ohne die für den Beruf zentrale Fähigkeit ist wertlos.

  2. Zweitens

    Ab wann gilt eine Fähigkeit als verloren?

    Hier steckt der eigentliche Streit. Beispiel Gehen: Manche Bedingungen verlangen, dass du keine 200 Meter mehr ohne Pause gehen kannst, andere setzen andere Schwellen oder verlangen zusätzlich Hilfsmittel. Diese Definitionen sind der Kern des Vertrags — und der Grund, warum zwei Tarife bei gleichem Beitrag völlig unterschiedlich leisten.

  3. Drittens

    Wie lange muss der Verlust bestehen?

    Üblich ist eine Prognose von sechs oder zwölf Monaten. Je kürzer, desto früher wird geleistet. Wichtig ist auch, ob rückwirkend ab Eintritt gezahlt wird oder erst ab Anerkennung — bei langer Prüfdauer sind das mehrere Tausend Euro Unterschied.

  4. Viertens

    Nachversicherung und Ausschlüsse

    Kann die Rente später ohne neue Gesundheitsprüfung erhöht werden? Sind Pflegebedürftigkeit oder schwere Erkrankungen zusätzlich abgedeckt? Und ausdrücklich: Psychische Erkrankungen sind in der Regel NICHT versichert. Wer das nicht weiß, hält den Vertrag für eine günstige BU — und er ist etwas anderes.

Quelle: Prüfpunkte aus den Bedingungswerken der Grundfähigkeitstarife; sämtlich Vertragssache, keine Rechtsnorm — verbindlich ist allein das Bedingungswerk deines Vertrags.

Was es kostet

Was kostet eine Grundfähigkeitsversicherung?

unter dem BU-Beitrag

Bei körperlich arbeitenden Berufen liegt sie meist deutlich unter einer Berufsunfähigkeitsversicherung — der Abstand entsteht durch den geringeren Leistungsumfang, nicht durch bessere Kalkulation. Eine belastbare Zahl ergibt erst der Vorschlag mit deinem Beruf und deinem Gesundheitszustand.

Eine Orientierung, kein Angebot. Was du zahlst, hängt von deinen Angaben ab — der genaue Beitrag steht erst im Vorschlag, und der kostet nichts.

Was den Beitrag bestimmt

  • der Beruf — aber weniger stark gewichtet als bei der BU
  • Alter bei Abschluss und gewähltes Endalter
  • Höhe der Rente
  • Umfang des Fähigkeitenkatalogs und Zusatzauslöser wie Pflege oder schwere Erkrankungen
  • Gesundheitszustand: normale Annahme, Zuschlag oder Ausschluss einzelner Körperteile

Häufige Fragen

Was Leute mich zu Grundfähigkeiten fragen.

Die Fragen, die im Beratungsgespräch wirklich kommen — kurz beantwortet.

Was ist der Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Frage, die gestellt wird. Die BU prüft, ob du deinen konkreten Beruf noch zu mindestens 50 Prozent ausüben kannst — unabhängig von der Ursache, also auch bei Rücken, Herz oder Psyche. Die Grundfähigkeitsversicherung prüft, ob eine der im Vertrag aufgezählten Fähigkeiten dauerhaft ausgefallen ist, etwa Gehen, Greifen, Sehen oder Sprechen. Sie ist dadurch klarer nachweisbar und weniger streitanfällig, deckt aber deutlich weniger ab: Was nicht im Katalog steht, ist nicht versichert. Deshalb ist sie kein Ersatz, sondern die Lösung für den, der keine BU bekommt.

Für wen ist eine Grundfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Vor allem für körperlich arbeitende Berufe, bei denen eine BU sehr teuer ist oder wegen Vorerkrankungen mit Ausschlüssen käme — Dachdecker, Pflegekräfte, Handwerker, Berufsfahrer. Außerdem für Kinder und Jugendliche, weil es noch keinen Beruf gibt, auf den eine BU abstellen könnte. Und als Ergänzung für jemanden, der eine BU hat, aber die Rente nicht ausreichend hoch versichern konnte. Wer im Büro arbeitet und gesund ist, bekommt in der Regel eine BU zu guten Bedingungen und sollte die nehmen.

Sind psychische Erkrankungen versichert?

In der Regel nicht, und das ist der wichtigste Punkt bei diesem Produkt. Depression, Burnout und Angsterkrankungen fallen nicht unter den Verlust einer Grundfähigkeit und sind in den Bedingungen praktisch immer ausgeschlossen. Gleichzeitig sind psychische Erkrankungen mit rund einem Drittel die häufigste Einzelursache für Berufsunfähigkeit. Wer dieses Risiko abgedeckt haben will, braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Deshalb prüfe ich immer zuerst, ob eine BU möglich ist.

Welche Fähigkeiten sind typischerweise versichert?

Verbreitet sind Gehen, Treppensteigen, Knien und Bücken, Heben und Tragen, Gebrauch der Hände, Greifen, Arme über Schulterhöhe bewegen, Sitzen, Stehen, Sehen, Hören, Sprechen, Tastsinn, Autofahren und die Beherrschung des Gleichgewichts. Die Kataloge unterscheiden sich aber erheblich, und entscheidend ist nicht die Länge der Liste, sondern ob die für deinen Beruf zentrale Fähigkeit dabei ist. Ein Lehrer ohne „Sprechen“ im Katalog hat den falschen Vertrag.

Wann gilt eine Fähigkeit als verloren?

Das steht in den Bedingungen und ist der Kern des Vertrags. Die Definitionen knüpfen an messbare Schwellen an — beim Gehen etwa an eine Mindeststrecke ohne Pause, beim Sehen an eine bestimmte Sehschärfe, beim Heben an ein Gewicht. Diese Schwellen weichen zwischen Tarifen deutlich ab, teils spielt auch die Nutzung von Hilfsmitteln eine Rolle. Zusätzlich muss der Verlust voraussichtlich eine bestimmte Zeit andauern, üblich sind sechs oder zwölf Monate. Zwei Verträge mit gleichem Beitrag können dadurch völlig unterschiedlich leisten — deshalb lese ich diese Sätze vor dem Abschluss.

Zahlt der Staat, wenn ich eine Grundfähigkeit verliere?

Nein, nicht dafür. Es gibt keine Sozialleistung für den Verlust einer Grundfähigkeit. Die Erwerbsminderungsrente fragt ausschließlich, wie viele Stunden täglich du noch irgendeine Tätigkeit ausüben kannst: unter drei Stunden gibt es die volle Rente, drei bis unter sechs die halbe, ab sechs Stunden nichts (§ 43 SGB VI). Wer nicht mehr knien und steigen kann, aber im Büro sechs Stunden arbeiten könnte, bekommt vom Staat also nichts. Dazu kommt die Wartezeit von fünf Jahren mit drei Jahren Pflichtbeiträgen — Berufsanfänger und Selbstständige erfüllen die oft nicht.

Wie hoch sollte die Rente sein?

Wie bei der Berufsunfähigkeit gilt als Orientierung etwa 80 Prozent deines Nettoeinkommens. Die Bedarfsrechnung ist unabhängig vom Produkt dieselbe, deshalb kannst du dafür den BU-Rechner nutzen: Er zeigt deine Einkommenslücke bis zur Rente mit jedem Rechenschritt. Einen eigenen Rechner hat diese Seite bewusst nicht — beim Verlust einer Grundfähigkeit gibt es keine gesetzliche Leistung, gegen die man rechnen könnte. Ein Rechner würde hier nur die eingegebene Wunschrente zurückgeben und Genauigkeit vortäuschen.

Kann ich beides haben, BU und Grundfähigkeit?

Ja, und manchmal ist das die beste Lösung. Wenn die BU wegen des Berufs nur mit einer niedrigen Rente machbar ist, kann eine Grundfähigkeitsversicherung sie aufstocken — für die körperlichen Risiken, die bei diesem Beruf ohnehin die wahrscheinlichsten sind. Beachten muss man die Summengrenzen der Versicherer: Insgesamt wird in der Regel nicht mehr als rund 80 Prozent des Nettoeinkommens abgesichert, auch nicht über mehrere Verträge.

Nächster Schritt

Ruf einfach an. Ich geh ran.

Und wenn ich beim Kunden bin, ruf ich zurück. Die Erstberatung kostet nichts, auch wenn du danach nichts abschließt. Wenn du gut abgesichert bist, sage ich dir das — das kommt öfter vor, als du denkst.

0821 66600666