Unfallversicherung
Die Zahl auf dem Prospekt bekommst du fast nie.
Kaum ein Produkt wird so mit großen Zahlen verkauft wie die Unfallversicherung. „Bis zu 350 Prozent“ klingt gut — wirkt aber erst bei schwersten Verletzungen. Ich zeige dir vorher, was in deinem Fall tatsächlich ankommt.
- Kosten
- ab rund 50 € im Jahr
- Grundsumme
- mit 30 das 6-fache Bruttojahr
- Zahlt bei
- bleibender Invalidität
- Ersatz für die BU
- nein — deckt unter 10 % der Fälle
Worum es geht
Der gesetzliche Schutz endet am Werkstor
Die gesetzliche Unfallversicherung deckt nach § 8 SGB VII ausschließlich Arbeits- und Wegeunfälle. Alles andere — Haushalt, Sport, Garten, Urlaub, Fahrrad am Wochenende — ist nicht versichert. Und genau dort passieren rund 72 Prozent aller Unfälle.
Eine private Unfallversicherung schließt diese Lücke. Sie zahlt bei einem bleibenden Schaden, gestaffelt nach Invaliditätsgrad. Wie hoch der ausfällt, steht nicht im Gesetz, sondern in der Gliedertaxe deines Vertrags: Für dieselbe Hand zahlt ein Standardtarif 55 Prozent der Versicherungssumme, ein guter Tarif rund 72. Diesen Unterschied siehst du im Beitrag kaum — im Leistungsfall dagegen sofort.
Wichtig ist mir die Einordnung: Unfälle verursachen weniger als jeden zehnten Fall von dauerhaftem Verlust der Arbeitskraft. Wer sein Einkommen absichern will, braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Unfallversicherung ist die Ergänzung, nicht der Ersatz.
72 %
aller Unfälle
passieren in Heim und Freizeit — dort zahlt die gesetzliche Unfallversicherung keinen Cent
Quelle: BAuA-Erhebung / Das sichere Haus: rund 7,04 von 9,73 Mio. Unfallverletzten
Die Gliedertaxe ist die Preisliste deines Vertrags
Für den Verlust der Stimme empfiehlt der Branchenverband GDV null Prozent. Gute Tarife zahlen im Schnitt 87 Prozent der Grundsumme — bei identischem Unfall.
- Grundsumme (die Bezugsgröße)100 %Jede Position der Gliedertaxe ist ein Prozentsatz hiervon — bei 100.000 € Grundsumme also ein Euro-Betrag
- Verlust der Stimme, guter Tarif87 %bei 100.000 € Grundsumme sind das 87.000 € — für einen Lehrer oder Verkäufer ist die Stimme der Beruf
- Verlust der Stimme, GDV-Standard0 %in der Branchenempfehlung gar nicht enthalten: null Euro
Quelle: GDV-Empfehlung 2024 als Mindestniveau; Durchschnitt guter Tarife nach Finanztip-Auswertung (Stand Januar 2026). Die Gliedertaxe ist reine Vertragssache, kein Gesetz.
Leistung im Klartext
Was drin ist — und was nicht.
Kein Prospekt, sondern die Aufteilung, die im Schadenfall zählt. Der letzte Block ist der wichtigste: Was nicht versichert ist, erfährt man sonst erst, wenn es zu spät ist.
Im Vertrag enthalten3
Invaliditätsleistung nach Gliedertaxe
Die Hauptleistung: Bleibt nach einem Unfall ein dauerhafter Schaden, zahlt der Vertrag einen Prozentsatz der Grundsumme. Welchen, steht in der Gliedertaxe — Arm im Schultergelenk 70 Prozent nach GDV-Empfehlung, gute Tarife rund 81. Das ist reine Vertragssache und deshalb der wichtigste Vergleichspunkt überhaupt.
Weltweiter Schutz, 24 Stunden am Tag
Anders als der gesetzliche Schutz gilt die private Unfallversicherung rund um die Uhr und überall: Beruf, Weg, Freizeit, Urlaub, Sport. Genau das ist ihr eigentlicher Zweck, weil der größte Teil der Unfälle außerhalb der Arbeit passiert.
Progression auf die Invaliditätsleistung
Ab einem bestimmten Invaliditätsgrad steigt die Leistung überproportional, üblicherweise ab 25 Prozent, bei schwächeren Tarifen erst ab 50. Nützlich ist sie bei schweren Schäden. Sie ersetzt aber keine ausreichende Grundsumme — der beworbene Höchstwert gilt nur bei 100 Prozent Invalidität.
Muss man aktiv dazunehmen4
Unfallrente statt nur Einmalzahlung
Eine Kapitalzahlung ist irgendwann verbraucht, eine Unfallrente läuft weiter — sinnvoll besonders, wenn dauerhafte Pflege oder ein Umbau ansteht. Entscheidend ist, ab welchem Invaliditätsgrad sie einsetzt: Manche Tarife zahlen ab 50 Prozent, gute deutlich früher.
Verbesserte Gliedertaxe und erweiterter Unfallbegriff
Gute Tarife heben nicht nur die Prozentsätze, sie erweitern auch, was überhaupt als Unfall gilt: Eigenbewegungen, Bewusstseinsstörungen, Zeckenbisse mit FSME oder Borreliose, jeder Oberschenkelhalsbruch. Das steht nicht in jedem Vertrag und entscheidet im Ernstfall, ob überhaupt geleistet wird.
Verzicht auf die Mitwirkungsklausel
Wirken Krankheiten oder Vorschäden am Unfallschaden mit, kürzen Versicherer die Leistung — marktüblich ab einem Mitwirkungsanteil von 25 Prozent. Gute Tarife heben die Grenze an oder verzichten ganz. Wer schon einen Vorschaden am Knie hat, sollte diesen Punkt vor Abschluss klären, nicht im Leistungsfall.
Lange Frist für die ärztliche Feststellung
Die Invalidität muss innerhalb der Vertragsfrist ärztlich festgestellt werden, üblich 15 Monate. Wird sie versäumt, ist der Anspruch verloren. Gute Tarife geben 18 bis 24 Monate — bei langen Heilungsverläufen ist das der Unterschied zwischen Leistung und Nullbescheid.
Sinnvoll für manche3
Unfall-Hilfeleistungen im Haushalt
Menü- und Reinigungsservice, Fahrdienste, Betreuung von Kindern oder Haustieren nach einem Unfall. Für Alleinlebende und Ältere oft praktischer als eine höhere Summe, weil die Hilfe sofort kommt und nicht erst nach Anerkennung der Invalidität.
Krankenhaustagegeld, Genesungsgeld, Verletzungsgeld
Feste Beträge pro Tag oder nach Verletzungskatalog, unabhängig von bleibenden Schäden. Sinnvoll, wenn Ausfalltage direkt Geld kosten — bei Selbstständigen etwa. Diese Bausteine treiben den Beitrag deutlich, deshalb gehören sie nicht in jeden Vertrag.
Kinder-Unfallversicherung
Für Kinder besonders wichtig, weil der gesetzliche Schutz am Schulhoftor endet und ein Kind kein Einkommen hat, das eine BU ersetzen könnte. Gleichzeitig sind Kindertarife günstig. Auf eine ordentliche Grundsumme und eine Rentenoption achten, nicht auf Extras.
Ausdrücklich nicht versichert3
Krankheiten — auch wenn sie arbeitsunfähig machen
Versichert ist ein plötzlich von außen wirkendes Ereignis. Rücken, Psyche, Herz, Krebs sind keine Unfälle. Genau diese Ursachen stehen aber hinter über 90 Prozent aller dauerhaften Verluste der Arbeitskraft. Deshalb ist eine Unfallversicherung kein BU-Ersatz, sondern eine Ergänzung.
Vorübergehende Beschwerden ohne Dauerschaden
Der gebrochene Arm, der wieder vollständig heilt, führt zu keiner Invaliditätsleistung — dafür gibt es allenfalls die Zusatzbausteine. Die Invaliditätsleistung setzt einen bleibenden Schaden voraus, und über dessen Höhe entscheidet die Gliedertaxe.
Bestimmte Risiken und Vorsatz
Ausgeschlossen sind unter anderem vorsätzlich herbeigeführte Unfälle, Unfälle bei Straftaten, Kriegsereignisse und häufig Flugsport oder Rennveranstaltungen mit Kraftfahrzeugen. Wer solche Sportarten betreibt, muss den Einschluss ausdrücklich vereinbaren.
Was eine 350er-Progression wirklich bringt
Grundsumme 100.000 €, Progression 350 %, Invaliditätsgrad 30 Prozent. Der Name der Staffel gilt nur bei 100 Prozent Invalidität.
Die Progression rechnet in Stufen: Die ersten 25 Prozentpunkte zählen immer einfach, erst darüber greifen die höheren Faktoren. Bei 30 Prozent Invalidität liegen nur fünf Punkte in der zweiten Stufe — deshalb bleibt vom beworbenen 3,5-fachen fast nichts übrig.
- Grundsumme
- 100.000 €
- Ohne Progression: 30 % der Grundsumme
- 30.000 €
- Stufe 0–25 %: 25 Punkte × Faktor 1
- 25.000 €
- Stufe 25–30 %: 5 Punkte × Faktor 3
- 15.000 €
- Auszahlung mit 350er-Progression
- 40.000 €
Wirksam ist hier der Faktor 1,33 — nicht 3,5. Die 350 Prozent wirken erst bei sehr hohen Invaliditätsgraden vollständig. Deshalb ist eine ausreichende Grundsumme immer wichtiger als eine hohe Progressionsstaffel: Sie wirkt ab dem ersten Prozentpunkt.
Quelle: Eigene Rechnung nach dem Tranchenmodell der AUB-Bedingungen: 25 × 1 + 5 × 3 = 40 % der Grundsumme; Kontrollprobe bei 100 % Invalidität 25 + 75 + 250 = 350 %.
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Unfall-Rechner: was die Progression wirklich bringt
Gliedertaxe, wirksamer Faktor und gesetzliche Rente — mit deinen Zahlen und jedem Rechenschritt offen gelegt
Wie ich arbeite
Was konkret passiert.
Wir rechnen die Progression durch — vorher
Progression heißt: Ab einem bestimmten Invaliditätsgrad steigt die Leistung überproportional. Der beworbene Wert gilt aber erst bei 100 Prozent Invalidität. Bei 20 Prozent bringt selbst eine Progression von 1000 Prozent exakt null zusätzlich. Im Rechner siehst du deinen Fall mit echten Zahlen, bevor wir über Tarife sprechen.
Ich prüfe die Gliedertaxe, nicht den Beitrag
Sie ist die eigentliche Preisliste des Vertrags und reine Vertragssache — jeder Versicherer legt sie selbst fest. Auffällig sind immer die Positionen, die fehlen: Der Verlust der Stimme steht in vielen Standardtabellen mit null Prozent. Für einen Lehrer oder Verkäufer ist das der Berufsverlust.
Die Grundsumme richtet sich nach deinem Alter
Als Orientierung gilt mit 30 Jahren etwa das Sechsfache des Bruttojahreseinkommens, mit 40 das Fünffache, mit 50 das Vierfache. Die Empfehlung sinkt, weil bis dahin Rentenansprüche aufgebaut sind. Wer die Summe zu niedrig ansetzt, spart am falschen Ende — die Progression rettet das nicht.
Unfallrente statt nur Einmalzahlung
Eine Kapitalzahlung ist irgendwann verbraucht, eine Unfallrente läuft weiter. Sinnvoll ist sie besonders, wenn dauerhafte Pflege oder ein Umbau ansteht. Wir schauen, ab welchem Invaliditätsgrad sie einsetzt — das ist der Punkt, an dem sich Tarife stark unterscheiden.
Im Leistungsfall achte ich auf die Fristen
Die ärztliche Feststellung der Invalidität muss innerhalb der Vertragsfrist vorliegen, sonst ist der Anspruch weg. Ich sage dir, welche Frist in deinem Vertrag steht, kümmere mich um die Meldung und um den Schriftverkehr mit dem Versicherer.
Aus der Praxis
Fünf Fehler, die richtig Geld kosten.
Das sind die Dinge, die ich am häufigsten sehe. Lies sie durch — auch wenn du danach nicht anrufst, hast du etwas davon.
Die Unfallversicherung als BU-Ersatz sehen
Der häufigste und teuerste Denkfehler. Unfälle sind die Ursache in weniger als jedem zehnten Fall von Berufsunfähigkeit — die Mehrheit geht auf Krankheiten zurück, vor allem Psyche und Rücken. Eine Unfallversicherung ist billiger, weil sie sehr viel weniger leistet.
Auf die Progression statt auf die Grundsumme schauen
Beworbene Werte wie 350 oder 500 Prozent wirken nur bei sehr hohen Invaliditätsgraden. Bei 30 Prozent Invalidität bleibt von einer 350er-Progression ein Faktor von etwa 1,3. Eine ausreichende Grundsumme ist immer wichtiger als eine hohe Progressionsstaffel.
Bei Kindern gar nichts haben
Für Kinder ist der Schutz besonders wichtig, weil der gesetzliche am Schulhoftor endet und sie noch kein Einkommen absichern können, das eine BU ersetzen würde. Gleichzeitig sind Kindertarife günstig. Auf eine ordentliche Grundsumme und eine Rentenoption achten.
Vorerkrankungen unterschätzen
Wirken Krankheiten oder Gebrechen am Unfallschaden mit, kürzen Versicherer die Leistung — marktüblich ab einem Mitwirkungsanteil von 25 Prozent. Wer bereits einen Vorschaden am Knie hat, sollte das vorher klären, nicht im Leistungsfall.
Die Meldefrist verstreichen lassen
Bleibende Schäden zeigen sich manchmal erst nach Monaten. Wer die ärztliche Feststellung der Invalidität nicht innerhalb der Vertragsfrist einholt, verliert den Anspruch vollständig — unabhängig davon, wie schwer der Schaden ist.
Die Fristen, an denen Ansprüche scheitern
Nach einem Unfall laufen zwei Uhren gleichzeitig: die des Staates und die deines Vertrags. Beide haben Schwellen, die man kennen muss.
Tag des Unfalls
Erst hier entscheidet sich, ob der Staat überhaupt zahlt
Die gesetzliche Unfallversicherung deckt nach § 8 SGB VII ausschließlich Arbeits- und Wegeunfälle. Passiert es im Haushalt, im Garten, beim Sport oder im Urlaub, kommt vom Staat nichts — und dort passieren rund 72 Prozent aller Unfälle.
Bis zur 26. Woche
Lohnfortzahlung und Verletztengeld
In dieser Zeit läuft Entgeltfortzahlung, danach Verletztengeld. Eine gesetzliche Unfallrente gibt es frühestens im Anschluss — sie ersetzt also nicht die ersten Monate, sondern setzt erst danach an.
Ab der 27. Woche
Rente nur ab 20 Prozent MdE
Maßstab ist die Minderung der Erwerbsfähigkeit, die die Berufsgenossenschaft nach dem allgemeinen Arbeitsmarkt festlegt — nicht der Invaliditätsgrad aus deiner Gliedertaxe. Unter 20 Prozent MdE zahlt der Staat nach § 56 Abs. 1 SGB VII gar keine Rente, obwohl der Schaden bleibt. Ein Handverlust ist privat 55 Prozent, gesetzlich aber nur etwa 35.
Innerhalb von 15 Monaten
Ärztliche Feststellung der Invalidität — sonst verfällt alles
Die private Leistung setzt voraus, dass ein Arzt die Invalidität innerhalb der Vertragsfrist schriftlich feststellt, üblich 15 Monate. Wird die Frist versäumt, ist der Anspruch weg, auch wenn der Schaden unbestritten ist (OLG Saarbrücken, 18.10.2023, Az. 5 U 41/23). Gute Tarife verlängern auf 18 bis 24 Monate — das ist einer der Punkte, auf die ich im Bedingungswerk zuerst schaue.
Quelle: § 8 und § 56 SGB VII; Frist zur ärztlichen Feststellung als Marktstandard der AUB-Bedingungen, keine Rechtsnorm.
Was es kostet
Was kostet eine Unfallversicherung?
50 bis 100 € im Jahr
für den reinen Invaliditätsschutz eines Erwachsenen in einer günstigen Gefahrengruppe (Marktbeobachtung der Verbraucherzentrale 2025, kein Angebot)
Eine Orientierung, kein Angebot. Was du zahlst, hängt von deinen Angaben ab — der genaue Beitrag steht erst im Vorschlag, und der kostet nichts.
Was den Beitrag bestimmt
- →die Grundsumme — der stärkste Hebel, weil sie ab dem ersten Prozentpunkt wirkt
- →die gewählte Progressionsstaffel und ab welchem Grad sie greift
- →Alter und berufliche Gefahrengruppe (Bürotätigkeit gegen Dachdecker)
- →Zusatzbausteine: Unfallrente, Krankenhaustagegeld, Hilfeleistungen im Haushalt
- →Risikosportarten und ob sie ausdrücklich eingeschlossen sind
Häufige Fragen
Was Leute mich zu Unfallversicherung fragen.
Die Fragen, die im Beratungsgespräch wirklich kommen — kurz beantwortet.
Was kostet eine private Unfallversicherung?
Die Verbraucherzentrale nennt für gute Tarife eine Spanne von 50 bis 100 Euro im Jahr — das gilt allerdings für den reinen Invaliditätsschutz. Kommen Unfallrente, Hilfeleistungen im Haushalt oder ein Verletzungsgeld dazu, liegt der Beitrag bei einem Vielfachen. Was den Preis bestimmt: Grundsumme, Progression, Alter, berufliche Gefahrengruppe und die gewählten Bausteine.
Was ist eine Gliedertaxe?
Eine Tabelle im Vertrag, die jedem Körperteil einen festen Prozentsatz der Versicherungssumme zuordnet. Nach der GDV-Empfehlung sind das für einen Arm im Schultergelenk 70 Prozent, für eine Hand 55, für ein Auge 50. Gute Tarife liegen darüber. Es gibt kein Gesetz dazu — die Gliedertaxe ist reine Vertragssache und deshalb der wichtigste Vergleichspunkt.
Was bedeutet Progression 350 Prozent?
Dass die Leistung ab einem bestimmten Invaliditätsgrad überproportional steigt, bis maximal zum 3,5-fachen der Grundsumme. Der Haken: Der Höchstwert gilt nur bei 100 Prozent Invalidität. Übliche Tarife setzen erst ab 25 Prozent an, schwächere ab 50. Bei 30 Prozent Invalidität wirkt eine 350er-Staffel real mit etwa dem 1,3-fachen, bei 60 Prozent mit etwa dem 2,5-fachen.
Zahlt der Staat bei einem Unfall nicht auch?
Nur bei Arbeits- und Wegeunfällen und erst ab 20 Prozent Minderung der Erwerbsfähigkeit, außerdem frühestens nach der 26. Woche. Der Maßstab ist dabei nicht der Invaliditätsgrad aus dem Vertrag, sondern die MdE, die die Berufsgenossenschaft nach dem Arbeitsmarkt festlegt — die liegt oft deutlich niedriger. Bei einem Freizeitunfall zahlt der Staat gar nichts.
Brauche ich sie, wenn ich schon eine BU habe?
Nicht zwingend, aber sie ergänzt sinnvoll. Die BU sichert dein Einkommen, die Unfallversicherung deckt die Kosten eines bleibenden Schadens: Umbau, Hilfsmittel, Verdienstausfall des Partners. Besonders sinnvoll bei körperlich arbeitenden Berufen, sportlich aktiven Menschen und bei Kindern.
Was gilt als Unfall?
Ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis, das unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung verursacht. Gute Tarife erweitern das deutlich: Eigenbewegungen, Bewusstseinsstörungen, Zeckenbisse mit FSME oder Borreliose, jeder Oberschenkelhalsbruch. Das steht nicht in jedem Vertrag — und macht im Ernstfall den Unterschied.
Wie schnell muss ich einen Unfall melden?
Die Meldung sollte sofort erfolgen, entscheidend ist aber eine zweite Frist: Die Invalidität muss innerhalb der im Vertrag genannten Zeit ärztlich festgestellt werden, üblich 15 Monate nach dem Unfall. Wird das versäumt, ist der Anspruch verloren, auch wenn der Schaden unstrittig ist. Gute Tarife verlängern auf 18 bis 24 Monate.
Passt dazu
Was du dazu wissen solltest.
- Berufsunfähigkeit→Über 90 Prozent der dauerhaften Verluste der Arbeitskraft gehen auf Krankheiten zurück. Wer sein Einkommen absichern will, braucht die BU — die Unfallversicherung ergänzt sie.
- Privathaftpflicht→Die Unfallversicherung zahlt für deinen eigenen Schaden, die Haftpflicht für den, den du anderen zufügst. Zwei verschiedene Richtungen, beide unverzichtbar.
- Altersvorsorge→Nach einem schweren Unfall fallen oft Beiträge zur Rente weg. Wer früh vorsorgt, hat auch dann noch ein Standbein, wenn das Erwerbsleben verkürzt wird.
Nächster Schritt
Ruf einfach an. Ich geh ran.
Und wenn ich beim Kunden bin, ruf ich zurück. Die Erstberatung kostet nichts, auch wenn du danach nichts abschließt. Wenn du gut abgesichert bist, sage ich dir das — das kommt öfter vor, als du denkst.
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