Pöppi Rechner
Drei Viertel aller Unfälle sind nicht versichert.
Über die Arbeit bist du bei Arbeits- und Wegeunfällen geschützt. Zu Hause, beim Sport, im Urlaub — dort zahlt niemand. Dieser Rechner zeigt, was eine private Unfallversicherung leistet, und was hinter der Werbezahl „Progression" steckt.
Deine Zahlen
Schieb die Regler — die Grafik darunter rechnet sofort mit.
Bestimmt nur die empfohlene Grundsumme — je jünger, desto höher, weil noch keine Rentenansprüche aufgebaut sind.
Basis für die empfohlene Grundsumme und für die gesetzliche Unfallrente — nicht für die Vertragsleistung.
Progression
Die Staffel vervielfacht die Leistung — aber erst ab 25 % Invalidität und gestaffelt nach Stufen.
Wo passiert der Unfall?
Das entscheidet, ob der Staat überhaupt etwas zahlt.
Nicht dasselbe wie der Invaliditätsgrad. Die Gliedertaxe deines Vertrags fragt: welches Körperteil ist verloren? Die Berufsgenossenschaft fragt: wie viel Erwerbsfähigkeit fehlt am Arbeitsmarkt? Ein Handverlust ist privat 55 %, gesetzlich aber nur rund 35 %.
Was die Progression wirklich bringt
Das zahlt der Vertrag
405.000 €
Gesetzliche Unfallrente
0 €
Sinnvolle Grundsumme
270.000 €
Gliedertaxe — was dein Vertrag pro Körperteil ansetzt
Diese Tabelle steht in keinem Gesetz. Jeder Versicherer legt sie selbst fest — deshalb lohnt der Blick ins Bedingungswerk. Rechts siehst du, was dieselbe Verletzung bei deiner Grundsumme in einem Standard- und in einem guten Tarif wert ist.
| Körperteil | Standard | guter Tarif | Unterschied |
|---|---|---|---|
| Arm im Schultergelenk | 70 % | 81 % | |
| Arm bis oberhalb des Ellenbogens | 65 % | 78 % | |
| Arm unterhalb des Ellenbogens | 60 % | 76 % | |
| Hand im Handgelenk | 55 % | 72 % | |
| Daumen | 20 % | 33 % | |
| Zeigefinger | 10 % | 25 % | |
| anderer Finger | 5 % | 11 % | |
| Bein über Mitte des Oberschenkels | 70 % | 77 % | |
| Bein bis Mitte des Oberschenkels | 60 % | 72 % | |
| Bein bis unterhalb des KniesJe Bedingungswerk 45 oder 50 % — hier der höhere Wert. | 50 % | 68 % | |
| Bein bis Mitte des Unterschenkels | 45 % | 65 % | |
| Fuß | 40 % | 56 % | |
| große Zehe | 5 % | 11 % | |
| andere Zehe | 2 % | 5 % | |
| beide Augen | 100 % | 100 % | |
| ein Auge | 50 % | 63 % | |
| Gehör auf beiden Ohren | 60 % | 60 % | |
| Gehör auf einem Ohr | 30 % | 44 % | |
| Geruchssinn | 10 % | 16 % | |
| Geschmackssinn | 5 % | 14 % | |
| StimmeIm GDV-Standard NICHT enthalten — wer beruflich auf die Stimme angewiesen ist, muss auf diese Position achten. | 0 % | 87 % |
Standard = Empfehlung des Gesamtverbands der Versicherer als Mindestniveau, unverbindlich. „Guter Tarif" = Durchschnitt leistungsstarker Bedingungswerke. Für Kopf, Rücken, Wirbelsäule und innere Organe gilt keine Gliedertaxe — dort bewertet ein Gutachter frei.
› Kompletter Rechenweg — Schritt für Schritt
Alle Beträge sind Vertragsleistungen und hängen vom konkreten Bedingungswerk ab. Gliedertaxe, Progression und Fristen sind Marktstandard, keine Rechtsnorm. Unverbindliche Orientierung, keine Zusage über Leistungen und keine Rechtsberatung.
Was ich dir offen sagen muss
Eine Unfallversicherung ersetzt keine Berufsunfähigkeitsversicherung.
Was Unfälle ausmachen
unter 10 %
So klein ist der Anteil der Unfälle am dauerhaften Verlust der Arbeitskraft. In über 90 Prozent der Fälle ist eine Krankheit die Ursache — Psyche, Rücken, Krebs. Dagegen hilft nur eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
Wofür die Unfallversicherung gut ist
Für die Kosten, die sofort entstehen.
Wohnung umbauen, Auto behindertengerecht umrüsten, Hilfsmittel, Pflege im eigenen Zuhause. Eine einmalige Summe, die schnell verfügbar ist. Besonders wichtig für Selbstständige, Kinder, Hausfrauen und Hausmänner — und für alle, die wegen Vorerkrankungen keine BU bekommen.
Worauf es im Vertrag ankommt
Bei der Unfallversicherung entscheidet das Kleingedruckte.
Mitwirkungsklausel
Hat eine Vorerkrankung zu mehr als 25 % an der Funktionsstörung mitgewirkt, wird anteilig gekürzt. Gute Tarife heben die Grenze an oder verzichten ganz darauf.
Frist: 15 Monate
Die Invalidität muss ärztlich festgestellt und geltend gemacht werden. Versäumnis kostet den Anspruch — bestätigt vom OLG Saarbrücken 2023. Gute Tarife geben 18 bis 24 Monate.
Ab welchem Grad?
Ein guter Vertrag zahlt ab 1 % Invalidität. Schwache Tarife setzen erst bei höheren Graden ein oder lassen die Progression erst ab 50 % greifen.
Erweiterter Unfallbegriff
Eigenbewegung und erhöhte Kraftanstrengung sind nur mit dieser Vereinbarung gedeckt — und nur bei Verrenkung, Zerrung oder Riss. Normale Alltagsbewegungen genügen nicht.
Bewusstseinsstörungen
Sturz nach Herzinfarkt, Schlaganfall oder bei Diabetes und Epilepsie: im Standard ausgeschlossen, in Premium-Tarifen eingeschlossen. Stark tarifabhängig.
Finger weg von
Beitragsrückgewähr (teure Versicherung plus schlecht verzinstes Sparen), Krankenhaustagegeld und Todesfallleistung. Für den Todesfall ist eine Risikolebensversicherung der richtige Weg.
Und jetzt?
Ich sage dir auch, wenn du keine brauchst.
Bei der Unfallversicherung wird viel verkauft, was niemand braucht: Beitragsrückgewähr, Krankenhaustagegeld, Unfallrente. Ich schaue zuerst, ob deine Arbeitskraft überhaupt abgesichert ist — und sage dir offen, wenn eine Unfallversicherung in deinem Fall nur Beitrag kostet.
Bring das mit, dann wird es exakt:
- 1Das Bedingungswerk eines bestehenden Vertrags — dort steht die Gliedertaxe.
- 2Deinen Beruf und deine Hobbys — sie entscheiden über die Gefahrengruppe.
- 3Bekannte Vorerkrankungen — wegen der Mitwirkungsklausel.
Womit gerechnet wirdJede Zahl hier hat einen Paragrafen.16 Werte mit Rechtsgrundlage, Gültigkeitsdatum und Link zur amtlichen Quelle — zum Nachprüfen aufklappen.
Vergleichsportale zeigen dir ein Ergebnis. Ich zeige dir zusätzlich, woher die Werte kommen — mit Rechtsgrundlage, Gültigkeitsdatum und Link zur amtlichen Quelle. Damit kannst du jede Zeile selbst nachprüfen.
| Wert | Betrag | Grundlage | Gilt ab |
|---|---|---|---|
| Deckungsbereich der gesetzlichen Unfallversicherung Gedeckt sind ausschließlich Arbeitsunfälle und Wegeunfälle. Freizeit, Haushalt, Sport und Urlaub sind NICHT versichert. | nur Arbeit und Weg | § 8 SGB VII | 01.01.2025 |
| Mindestminderung für eine gesetzliche Unfallrente Erst ab 20 % Minderung der Erwerbsfähigkeit zahlt die Berufsgenossenschaft eine Rente. | 20 % | § 56 Abs. 1 SGB VII | 01.01.2025 |
| Gesetzliche Vollrente als Anteil des Jahresarbeitsverdienstes Bei vollem Verlust der Erwerbsfähigkeit zwei Drittel des Jahresarbeitsverdienstes; bei Teil-MdE entsprechend anteilig. | 66,67 % | § 56 Abs. 3 SGB VII | 01.01.2025 |
| Gesetzliche Unfallrente erst nach der 26. Woche Vorher greifen Verletztengeld und Heilbehandlung — die Rente setzt erst über die 26. Woche hinaus ein. | 26,00 € | § 56 Abs. 1 Satz 1 SGB VII | 01.01.2025 |
| Homeoffice ist dem Betrieb gleichgestellt Tätigkeit im eigenen Haushalt ist versichert, solange sie der Arbeit dient. Der Weg zur Kaffeemaschine zählt, der zum privaten Wäschekorb nicht. | 100 % | § 8 Abs. 1 Satz 3 SGB VII | 01.01.2025 |
| Gliedertaxe Arm im Schultergelenk (GDV-Empfehlung) Unverbindliche Branchenempfehlung als Mindestniveau. Gute Tarife zahlen für denselben Arm rund 81 %. Der Vertrag entscheidet, nicht das Gesetz. | 70 % | Marktstandard — GDV-Empfehlung 2024, keine Rechtsnorm | 26.04.2024 |
| Progression greift üblicherweise ab 25 % Invalidität Schwächere Tarife starten erst bei 50 %. Der Progressionsname („350 %") gilt nur bei 100 % Invalidität — bei 30 % wirkt er kaum. | 25 % | Marktstandard — AUB-Bedingungswerke 2026, keine Rechtsnorm | 20.01.2026 |
| Empfohlene Grundsumme mit 30 Jahren (× Bruttojahreseinkommen) Mit 40 Jahren das Fünffache, mit 50 das Vierfache — die Empfehlung schmilzt ab, weil bis dahin Rentenansprüche aufgebaut sind. | 6,00 € | Marktstandard — Verbraucherzentrale 2025, keine Rechtsnorm | 26.08.2025 |
| Anteil der Unfallverletzungen in Heim und Freizeit Rund 7,04 von 9,73 Mio. Unfallverletzten. Älteste Zahl im Rechner: Eine aktuellere Gesamterhebung für Deutschland existiert nicht, weil Freizeitunfälle nirgends zentral erfasst werden. | 72 % | Statistik 2015 — BAuA-Erhebung, keine Rechtsnorm | 31.12.2015 |
| Anteil der Unfälle an dauerhaftem Verlust der Arbeitskraft Unter 10 % — in über 90 % der Fälle ist eine Krankheit die Ursache. Die Unfallversicherung ersetzt deshalb keine Berufsunfähigkeitsversicherung. | 10 % | Statistik 2025 — Verbraucherzentrale, keine Rechtsnorm | 26.08.2025 |
| Frist zur ärztlichen Feststellung der Invalidität (Monate) Versäumnis kostet den Anspruch (OLG Saarbrücken, 18.10.2023, Az. 5 U 41/23). Gute Tarife verlängern auf 18 bis 24 Monate. | 15,00 € | Marktstandard — AUB-Bedingungen 2023, keine Rechtsnorm | 18.10.2023 |
| Mitwirkungsklausel: Kürzung ab diesem Vorerkrankungsanteil Hat eine Vorerkrankung zu mehr als 25 % mitgewirkt, wird die Leistung anteilig gekürzt. Gute Tarife heben die Grenze an oder verzichten ganz. | 25 % | Marktstandard — AUB-Bedingungen 2026, keine Rechtsnorm | 20.01.2026 |
| Guter Unfalltarif: Jahresbeitrag untere Grenze Wörtlich: „Gute Tarife gibt es nach unserer Recherche für 50 bis 100 Euro im Jahr." Gilt für Erwachsene in der günstigen Gefahrengruppe; Größenordnung, kein Angebot. | 50,00 € | Marktbeobachtung 2025 — Verbraucherzentrale, keine Rechtsnorm | 26.08.2025 |
| Guter Unfalltarif: Jahresbeitrag obere Grenze Körperlich tätige Berufe (Gefahrengruppe B) liegen darüber. Der eigene Beitrag hängt von Beruf, Grundsumme, Progression und Bausteinen ab. | 100,00 € | Marktbeobachtung 2025 — Verbraucherzentrale, keine Rechtsnorm | 26.08.2025 |
| BU in jungen Jahren: Beitrag ab etwa (monatlich) Wörtlich: „In jungen Jahren bekommst Du eine BU oft schon für 50 Euro im Monat." Setzt einen günstigen Beruf und einen guten Gesundheitszustand voraus. | 50,00 € | Marktbeobachtung 2026 — Finanztip, keine Rechtsnorm | 27.05.2026 |
| BU: typische Obergrenze der Spanne (monatlich) Wörtlich: „Je nach Alter, Beruf und Gesundheit zahlst Du aber auch 100, 150 Euro oder mehr." Nach oben offen — bei Risikoberufen und Vorerkrankungen deutlich mehr. | 150,00 € | Marktbeobachtung 2026 — Finanztip, keine Rechtsnorm | 27.05.2026 |
Alle Werte zuletzt gegen die Quellen geprüft am 07.08.2026. Sozialversicherungswerte ändern sich zum 1. Januar, der Rentenwert zum 1. Juli. Findest du einen veralteten Wert, sag es mir — ich korrigiere ihn und schreibe dir zurück, was sich geändert hat.
